Mexiko / Klassisches Mexiko / Oaxaca
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Dienstag, 22. August 2017

Oaxaca

„Oaxaca - die Schönste in Mexiko“.

Oft hört man diesen Satz und auch wir glauben, dass es wohl kaum eine schönere Stadt in Nord­amerika gibt. Oft beginnen unsere Gäste den Besuch von Oaxaca mit der Besichti­gung des mächtigen Monte Albáns. Der Morgen­nebel hat sich noch nicht gelegt, und es liegt noch eine seltsam anmutende Stille über diesem faszi­nierenden Ort. Kommen Sie mit in die Welt der Zapoteken und Mixteken. Die grandios auf einem künst­lich abge­flachten Hügel­rücken gelegenen Ruinen sind von einem Kranz aus Terrassen, Häusern, Tempeln und Gräbern an den Hängen des Berges umgeben. Hier lebte einst die einfache Bevöl­kerung. Der gewaltige Tempel­berg war mehr als 1.000 Jahre besiedelt, bevor er um 900 von den Zapoteken auf­gegeben wurde. In seiner Blüte­zeit (500-800 n. Chr.) soll das Zentrum ca. 50.000 Einwohner gezählt haben. Im 10. Jahrhundert eroberten die Mixteken Teile des Staates Oaxaca und den Monte Albán. Die Aufgabe Monte Albáns muss man wohl endlich in Verbin­dung mit dem Eindringen der Mixteken sehen, deren Waffen die Mit­glieder der ört­lichen Dynastie zum Opfer gefallen sind. Ohne ein abhängiges Hinter­land war ein Zentrum wie Monte Albán nicht mehr zu halten.

Jetzt begeben wir uns in das Zentrum Oaxacas. Die pracht­volle Kirche Santo Domingo sowie das Museo Regional de Oaxaca laden zum Besuch ein. Erst im Jahre 1535 kamen die Dominikaner nach Oaxaca, und 1556 begannen sie mit dem Bau eines großen Klosters mit der dazu­gehörigen Kirche. Die mächtigen Wände und ange­setzten Sporen machen den Kirchen­bau trotz seiner schweren Tonnen­decke und des Kuppel­aufsatzes nahezu erdbeben­sicher. Das Kloster mit seinem herrlichen Treppen­haus, den Spuren von Wand­fresken und den Resten des großzügig über­dachten Brunnens im Innenhof beherbergt heute das Museum. Zu den sicherlich beein­druckendsten Funden gehören die Gold­arbeiten aus dem Grab 7 (1250-1480) von Monte Albán. Aus Halb­kugeln zusammen­gesetzte Perlen, Glöckchen, tropfen­förmige Anhänger sowie kleine Blüten und Knospen aus dem edlen Metall gehören zu den einfacheren Formen. Menschen- bzw. Götter­köpfe, teil­weise in verlorener Form gegossen und mit filigran aufge­setzten Details verziert, zählen zu den Meister­werken der mixtekischen Gold­schmiede­kunst. Aber nicht nur Edel­metall wurde hoch geschätzt, sondern auch grüne Schmuck­steine als Symbol des Lebens; aus Jadeit, Serpentin oder Türkis. Schlendern Sie durch die wunder­schönen und sehr romantisch angelegten Gassen und besuchen den bunten Markt Mercado Juárez. Lassen Sie sich bezaubern von der Farben­vielfalt dieser Stadt und ihren Menschen.

Mitla - Die Bedeutung des „Ortes der Toten“ ist bis heute nicht geklärt und macht deut­lich, wie viel Wissen sich im Dunkel der Geschichte verliert. Die Gebäude wurden wohl voll­ständig von den Zapoteken erbaut; insbesondere die Säulen­gruppe mit dem Patio de las Grecas zählt zu den Höhe­punkten der vorspanischen Archi­tektur in Mexiko. Mitla war Sitz „des großen Sehers“ und somit für viele Jahre das religiöse Zentrum der Zapoteken. Heute besticht die Umgebung Mitlas mit den pittoresken Klein­märkten, die insbesondere Web­arbeiten anbieten.

Zwischen Oaxaca und Mitla befindet sich die beschauliche Gemeinde Santa María del Tule. Im Zentrum der Ortschaft steht neben der kleinen Kirche ein gewaltiger Ahuehuete-Baum, der im Laufe seiner ca. 2.000 Lebensjahre einen Umfang von mehr als 36,2 m erreicht hat. Der selbst­gemachte Likör der Kloster­frauen ist sicher­lich ein Geheimtipp.